Interview mit Jannike Schubert

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c Anne Kathrin Greiner©  Anne Kathrin Greiner/ Jannike Schubert

Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich wieder ein  neues Interview für Euch. Dieses Mal möchte ich Euch die  Schauspielerin Jannike Schubert vorstellen, die zurzeit in dem Stück „Götter sind auch nur Menschen“ in Eisenach auf der Bühne zu sehen ist.

Jannike stand bereits im Alter von 12 Jahren in dem Stück „Gypsy“  auf der Bühne und war dort in der Rolle Baby Louise  im  Theater des Westens Berlin zu  sehen.  2004 begann sie dann ihre Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München und war dort unter anderem in folgenden Produktionen zu sehen: „Auf der Greifswalder Straße“ (Rolle Maika), „Bitterer Honig“ (Rolle Jo) und in „Der kleine Horrorladen“ (Rolle Crystal). Des Weiteren  sah man sie  bereits während des Studiums als Schauspielerin in der  Münchener Schauburg, wo man  Jannike  in „Der Besuch der Alten Dame“ sehen konnte.

Anlässlich ihres Schauspielabschlusses kreierte sie  dann das Einpersonenstück „Surrender“, in welchem sie die Rolle der Lara Croft übernahm.

Nach ihrem Engagement in der Pop-Oper „Jon Diovanni“, bei der sie die Rolle der Zerlina übernahm, spielte sie in „On the Town“ am Prinzregententheater München und auch am Staatstheater Nürnberg. Dort sah man sie im Ensemble und als Mme Dilly.

Nicht nur in Deutschland sammelte Jannike ihre Schauspielerfahrung, denn sie ging nach ihrem Abschluss in München nach London um sich dort von Dozenten der Royal Academy of Music weiterbilden zulassen. Ebenfalls in London, aber später auch in Berlin, arbeitete sie auch als Synchronsprecherin und als  Sängerin der Playground Studios.

Im Jahr 2011 folgte dann ein Engagement am Staatstheater Meiningen, bei dem sie in der Rolle der Rosie und der Rolle des Fräulein Kost in „Cabaret“ zu sehen war.

Nun ist sie seit 2011 Teil des Ensembles des Jungen Schauspiels Eisenach und ist aktuell in „Götter sind auch nur Menschen“ zu sehen und probt aktuell für das Musical „Luther-Rebell wider Willen“.

Ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Lesen des Interviews!

 

Allgemeines

 

Wie würdest Du dich selbst beschreiben?

Groß, großherzig, laut und witzig! Mit nem positiven Schaden!

 

Was ist für Dich das schönste am Tag?

Der erste Kaffee am Morgen und wenn ich mich abends müde mit nem Buch ins Bett legen darf!

 

Was macht Dich glücklich?

Meine Familie, meine Freunde, meine Katzen und meine Arbeit

 

Ohne was kannst Du nicht mehr leben?

 Traurig aber wahr: mein iPhone! Meine Katzen, meine 2,20 x 2 Meter Bettdecke.

 

Hast Du einen besonderen Tick oder eine Macke die Du mit uns teilen möchtest?

Ich such mir in der Maske immer die schwarzen Haarnadeln und Kemmen raus. Braune oder Helle kommen mir nicht auf den

Kopf…sonst hab ich Angst, dass die Vorstellung schief läuft!

 

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Meinen Dad, der würde nämlich aus allem was wir finden etwas Nützliches zum Überleben basteln können. Und eine Zahnbürste!

 

Was wünscht Du dir für deine Zukunft?

Arbeit, Gesundheit, eine Familie und Kinder

 

Wenn Du eine Superheldin sein könntest, was wäre dann Deine Fähigkeit/en?

Mich vorrübergehend unsichtbar machen und/oder Beamen

 

Deine Lieblingsfarbe ist: lila und grün

Dein Lieblingsauto ist: ein (alter) Mini Cooper oder  ein Porsche Cayenne…gegensätzlicher geht’s ja wohl nicht 🙂

Dein Lieblingstier ist: (Raub) Katzen

Deine Lieblingskleidung ist: lange Basic Tops zum kombinieren….ganz lange Tops! Ich bin ja groß…

Deine Lieblingsmusik ist: schwer einzugrenzen…ich hör alles von Klassik wie Cecilia Bartoli über Udo Lindenberg zu Philipp Poisel, Skunk Anansie, Alexandra und Mumford and Sons. Ich LIEBE gute Texte und/oder super Melodien…momentan höre ich sogar Schlager, denn Kollegen von mir haben die Acapella Schlager Band Voxxclub gegründet, die echt super ist. Meistens kauf ich mir ein Album und hör es dann rauf und runter bis ich das Nächste finde. Nur beim Joggen gibt es einen Mix aus Musical/Pop/Rock und sogar Helge Schneider 🙂

Dein aktuelles Lieblingsbuch ist: Englische Bücher, gerade lese ich „A Casual Vacancy“ von J.K Rowling

Dein Lieblingsfilm ist: Star Wars IV-VI

Dein Lieblingstheaterstück (und/oder) Musical ist: Die Musicals „Into the Woods“ und „Assassins“ von Stephen Sondheim, ich liebe Shakespeare’s Werke und Maria Stuart von Schiller.

 

Schauspiel, Ausbildung, usw .

 

Schon vor Deiner Ausbildung zur Schauspielerin standest Du in dem Stück „Gypsy“ im Theater des Westens auf der Bühne. Dort hast Du im Alter von 12 Jahren bereits die Rolle der Baby Louise performt. Wie war es für Dich, bereits im jungen Alter auf so einer großen Bühne zu spielen und was fandest Du am besten?

Das war damals unheimlich aufregend. Ich hatte schon Theater an meiner Schule gespielt, aber das war hiermit nicht zu vergleichen. Die Bühne war für mich riesig, es gab ein viel größeres Publikum und ich durfte mit Musicalgrößen wie Angelika Milster, Helmut Baumann und Cusch Jung arbeiten. Auch der ganze Apparat hinter der Bühne war enorm. Ich hatte meine eigene Ankleiderin und wurde geschminkt, alles was für mich heute normal ist, war damals sehr aufregend. Am besten fand ich damals, glaube ich, die Premierenfeier zu der ich und meine Kollegin, die meine Schwester spielte, als einzige Kinder hin durften. Und dann natürlich die ersten Kritiken in den Zeitschriften danach 🙂

 

Wieso wolltest Du Schauspielerin werden? Hat Dich bei deinem Berufswunsch eine Person oder etwas anderes inspiriert?

Für mich stand es eigentlich relativ früh fest, dass ich Schauspielerin werden wollte…ich erinnere mich gar nicht daran diesen Entschluss bewusst gefasst zu haben. Es war einfach immer schon klar. Ich war als Kind in Berlin auf einer Deutsch-Amerikanischen Schule, auf welcher wir schon früh mit Musik und Theater in Berührung kamen. Jedes Jahr gab es ein Schulmusical, wir hatten ein Orchester, eine Band, einen Chor…und da fing ich schon mit 10 oder 11 an zu singen und zu spielen.

 

Deine Ausbildung hast Du an der Bayrischen Theaterakademie August Everding in München absolviert. Wieso hast Du Dich gerade für diese Ausbildungsstätte entschieden?

Ich hab mich damals bei 4 großen, staatlichen Schulen bewerben wollen. München war die erste Uni. Ich war schon ein paar Mal an der Akademie gewesen, hatte dort an einem Workshop teilgenommen und mir Stücke angesehen, da mein Bruder bereits im 2. Jahr dort studierte (Er ist auch Schauspieler-momentan bei Hinterm Horizont in Berlin). Ich fand die Studenten und Dozente hervorragend und hatte mich auch sehr schnell in die Stadt verliebt. Ich war damals aber noch fest davon überzeugt, dass sie mich dort wegen meines Bruders gar nicht nehmen würden. Geschwister gab es noch nie an der Akademie und die Jahrgänge waren eh sehr klein. Ich wollte die erste Aufnahmeprüfung dann erstmal als „Übung“ sehen. Als es dann doch gleich klappte war sofort klar, dass ich keine weitere Aufnahmeprüfung woanders machen würde.

 

Was emfandest Du während Deines Studiums als besonders positiv und was eher als negativ?

Meine Studienzeit war wirkliche eine wundervolle Zeit, die ich nicht würde missen wollen. Es waren so intensive und schöne Jahre und ich erinnere mich nicht an irgendetwas besonders negatives. Bestimmt hat mich damals auch mal was genervt, das geht ja jedem so, aber das ist heute egal. Als besonders positiv empfand ich es einen Teil der Zeit dort mit meinem Bruder studieren zu können, Blödsinn mit meinem besten Freund Daniel machen zu können, tolle Produktionen an vielen Theater und Spielstätten mit wirklich guten Regisseuren zu spielen und meine Dozenten, mit denen ich heute noch Kontakt habe und bei denen man sich auch jetzt noch einen Rat holen kann 🙂

 

Auch während Deiner Ausbildung zur Schauspielerin konntest Du Bühnenerfahrung sammeln. Würdest Du allgemein sagen, dass es für Schauspielstudenten*Innen von Vorteil ist bereits während der Ausbildung Engagements zu spielen?

Auf jeden Fall! Das war auch etwas sehr besonderes und positives an unserer Akademie. Wir waren ja ein Theaterbetrieb und gleichzeitig eine Ausbildungsstätte. Unser Studium war und musste ja nunmal sehr praxisorientiert sein und durch die Möglichkeit bei uns und an anderen Theatern und mit vielen Regisseuren zu arbeiten, lernt man das Handwerk nicht nur besonders gut, sondern es bereitet einen auch optimal darauf vor, was später einmal kommen wird. Ich denke, das ist sogar der einzige Weg den Beruf optimal zu erlernen. Ich fand es auch richtig gut, dass es bei uns an der Akademie mehrere Studiengänge wie Maskenbild, Schauspiel, Musical, Regie, Musiktheater und Kostümbild gab, welche übergreifend miteinander an Produktionen gearbeitet und studiert haben. So konnte man optimal das ganze Spektrum der Theaterwelt erfassen. Ich erinne mich sogar daran, dass ich während eines Streiks an unserem Theater zusammen mit einem Beleuchtungsmeister Vorstellungen am Lichtpult fahren durfte, weil es an Mitarbeitern fehlte.

 

Des Weiteren warst Du während des Studiums  in dem Stück „Der Besuch der Alten Dame“ in der Münchner Schauburg zu sehen. Was war an diesem Engagement das Besondere für Dich?

Das Stück war für mich eine Übernahme, dass bedeutet es lief schon und ich habe innerhalb von 2 Probentagen die Rollen die ich dort spielte übernommen. Das war ziemlich heftig. Außerdem war das mein erstes reines Schauspiel außerhalb des Studiums und kein Musical.

 

Fotos von Cabaret aus Meiningen 2

© Foto Ed

Jannike in „Cabaret“ Meiningen

 

Neben Deiner Schauspieltätigkeit in Deutschland, hast  Du außerdem noch weitere Erfahrung in London bei Dozenten der Royal Academy of Music sammeln können und hast dort auch als Synchronsprecherin gearbeitet. Was macht Dir mehr Spaß, die Tätigkeit der Synchronsprecherin oder eher die des Schauspiels?

Ich mag Beides. Aber nur als Synchronsprecherin könnte ich nicht arbeiten. Mir würde die Bühne fehlen.

 

Welche Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sollte für Dich ein Schauspieler*In haben?

Er/Sie sollte wahrhaftig/ehrlich sein, verlässlich, engagiert bzw Lust haben sich auszuprobieren und an Grenzen zu gehen und uneitel sein.

 

Was ist für Dich das faszinierendste an Deinem Beruf?

Das man mit dem was man am Liebsten macht Geld verdienen kann. Bzw manchmal auch in dem man Quatsch macht.

 

Gibt es eine Traumrolle für Dich, die Du gerne einmal spielen möchtest?

Eine bestimmte Lieblingsrolle habe ich nicht. Im Schauspiel freue ich mich immer die starken Frauen  spielen zu können aber genauso die witzigen und verrückten Rollen. Im Musical wäre es dann wohl Elizabeth aus dem gleichnamigen Musical oder Lisa aus IWNNINY.  

 

Was war bisher Deine schönste Rolle?

Momentan spiele ich die Beatrice aus „Der Diener Zweier Herren“ sehr gerne. Meine schönste Produktion war aber auf jeden Fall „Cabaret“ in Meiningen mit dem Regisseur  Lars Wernecke. Das war eine wunderschöne Probenzeit, mit einem tollen Regisseur und tollen Kollegen. Da stimmte einfach alles.

 

Fotos von Cabaret aus Meiningen

© Foto Ed

Jannike in „Cabaret“ Meiningen

 

„Götter sind auch nur Menschen“

 

Was ist für Dich das Besondere anGötter sind auch nur Menschen“?

Bei „Götter“ ist alles erlaubt. Ich kann so viel Quatsch machen wie ich will. 

 

Welche Rolle stellst Du in dem Stück da und was empfindest Du an dieser besonders?

Ich spiele die Rolle der „B“. In diesem Stück spielen wir alle Insassen einer Psychatrie, die nun Ergebnisse ihrer Musiktherapiestunden präsentieren. Das besondere an „B“ ist, dass sie immer anders ist, und immer anders auf ihr Umfeld reagiert. Mal ist sie ein kleines Kind, mal ein Vamp.

 

Kam es bereits zu Pannen während der Show, an die Du dich sofort erinnerst und wie sahen diese aus?

Während der Vorstellung sind mir noch keine Pannen passiert. Aber bei der Generalprobe habe ich bei einem Lied einen kompletten Black-Out gehabt und den Text vergessen. Da ich eine Geisteskranke spiele, bin ich dann einfach nach Lust und Laune auf der Bühne rumgesprungen, habe gelacht und mit der Band geredet, bis mir der Text wieder einfiel. Hätte im Ernstfall glaube ich keiner gemerkt 🙂

LEON & LARA mit Jannike Schubert und Alexander Beisel  c  Sebastian Stolz

© Sebastian Stolz

„LEON & LARA“ mit Jannike Schubert und Alexander Beisel

Liebe Jannike,  zum Schluss geht mein Dank natürlich an Dir! Danke, dass Du dieses Interview mit mir gemacht hast und Dir die Zeit genommen hast. Ich wünsche Dir privat und natürlich auch beruflich alles, alles Gute ! Vielen lieben Dank nochmal! 🙂

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Über heutemalkreativ

Wir sind ein (heutemal-) kreatives Dreiergespann, was sehr an Musicals, Schauspiel und Musik interessiert ist. Auf unserem Blog wollen wir nun versuchen einige interessante Interviews zu führen. Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, schickt uns einfach eine Mail an: heutemalkreativ@web.de Viel Spaß! (:

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