Archiv für den Monat Dezember 2012

Interview mit Gerd Achilles

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Gerd Achilles

© Gerd Achilles/Karim Khawatmi

 

Es ist Montag und das heißt es ist Interviewtime!!!

Dieses Interview wurde mit einem Musicaldarsteller geführt, der noch bis zum Ende der Spielzeit in Stuttgart im Palladium Theater im Musical „Rebecca“ als Swing und in den Rollen „Frank Crawley, Oberst Julian, Giles, Horridge, Robert, Frith“ zu sehen ist.

Gerd Achilles hat sich die Mühe gemacht dieses tolle Interview mit uns zu führen und wie ihr gleich sehen und lesen werdet ist es nicht nur super informativ sondern auch mit reichlichen, tollen Bildern gespickt!

Gerd wurde in Siegburg bei Köln geboren und fing 1997 mit seinem Studium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater in München und konnte bereits während dieses Studiums Bühnenerfahrungen sammeln, da er für Roman Polanskis Musical „Tanz der Vampire“ an die Vereinigten Bühnen Wien engagiert worde.

Später folgten Engagements u. a. an die Wiener Kammeroper, an das Raimundtheater Wien,
das Thüringer Landestheater, das Staatstheater Meiningen, das Theater Hof, die Musikalische Komödie Leipzig, die Schlossfestspiele Ettlingen sowie die Bad Hersfelder Festspiele,
wo er, neben Opern wie Brittens Sommernachtstraum als „Puck“ oder in der Operette „Die Csárdásfürstin“ als „Graf Boni“, hauptsächlich in Musicals wie „Les Misérables“, „Hair“, „Company“, „Can Can“, „Jesus Christ Superstar“, „Mein Freund Bunbury“ oder „Ludwig II“ zu sehen war.

Im Festspielhaus Füssen verkörperte Gerd bis 2007 auch die Titelrolle des legendären Märchenkönigs.

2007/08 war Gerd Achilles für ein Jahr Student im Postgraduate Musical Theatre Course an der renommierten “Royal Academy Of Music” in London. Während dieser Zeit, in der er sogar die Ehre hatte, vor der Queen persönlich aufzutreten, sah man ihn in „Grand Hotel“ am Sir Jack Lyons Theatre in London.

2008 tourte er dann mit dem Musical „Hair“ durch Schweden. Zurück in Deutschland konnte man ihn 2009 als „Louis XVI“ sowie als „Turgot“ in der europäischen Erstaufführung von „Marie Antoinette“ am Theater Bremen bewundern.

Im Anschluss folgten Hauptrollen in „Sweet Charity“ am Staatstheater Nürnberg, „Chess“ am Theater Lüneburg, die Uraufführung „Bahn Frei!“ am Theater Fürth sowie „Crazy For You“ am Theater Fürth.

Was er uns über seinen bewundernswerten Werdegang, seinen zahlreichen Engagements und seinem jetzigen Engagement zu berichten  hat könnt ihr jetzt im folgenden Interview lesen.

Viel Spaß dabei!!

 

Allgemeines

 

Wie würdest Du dich selbst beschreiben?

 Oooch, ganz ok eigentlich…

Was ist für Dich das schönste am Tag?

 ….na, das kommt auf den jeweiligen  Tag an, ist ja jeder anders. Anfangen tut der Tag aber bei mir erst mit der ersten Tasse Kaffee, vorher geht so gar nichts.

Ohne was kannst Du nicht mehr leben?

Klingt schrecklich materialistisch, aber momentan nicht ohne meinen Computer, da ist grad einfach alles drin, Arbeitskram, Videos, Noten , Musik, Adressen….

Hast Du einen besonderen Tick oder eine Macke die Du mit uns teilen möchtest?

Trink grad zu viel Kaffee, verflixte Nespresso- Maschine…….

Was wünscht Du dir für deine Zukunft?

Gesundheit, ist das Wichtigste…

Dein Lieblingstier ist: Och, mag fast alle….

Deine Lieblingskleidung ist: Keine bestimmte…nur ungern ohne Mütze

Dein aktuelles Lieblingsbuch ist: Nicht „Shades Of Grey“!!!

Dein Lieblingsfilm ist: So viele, u.a. Up In The Air,  Les Petit Mouchoirs (Kleine Wahre Lügen) (toller Film, bitte gucken!),

Dein Lieblingstheaterstück (und/oder) Musical ist:

Musicals z.B. A Little Night Music,  Rent, The Color Purple, Light In The Piazza, Evita, Into The Woods

Theaterstücke z.B. Doubt, Der Kissenmann

 

Schauspiel, Ausbildung, usw .

Wieso wolltest Du Musicaldarsteller werden? Hat Dich bei deinem Berufswunsch eine Person oder etwas anderes inspiriert?

Ganz klassisch: Ich habe „Cats“  in Wien gesehen, später  Elisabeth.. das hat mich für das Genre Musical begeistert. So wurde ich zuerst „Fan“ , hab alles gelesen und gehört, was mit Musicals zu tun hat, dann habe ich Workshops etc. besucht, mit 15 Jahren dann Gesangsunterricht angefangen.

Nach dem Abitur habe ich dann Aufnahmeprüfungen an den Musikhochschule Leipzig, der Stage School und der Bayerischen Theaterakademie gemacht, und es hat glücklicherweise überall geklappt, entschieden hab ich mich für die Bayerische Theaterakademie. gl und der Bayerischen TheaterakAufnahmeprüfungen an den Musikhochschule Leipzug, der Stage School und der Bayerischen Theaterak

Du hast Dein Studium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater in München absolviert. Was sind Deine positiven, aber auch negativen Erfahrungen, die Du mit dieser Zeit verbindest?

Die Theaterakademie war damals sehr neu, wir waren erst der zweite Musical -Jahrgang, den es überhaupt gab, wir waren  nur 16 Studenten insgesamt. Dementsprechend war alles noch nicht so gut organisiert, wie das heute dort der Fall ist.

Im ersten Jahr war die Musicalabteilung in der Steubenhall, einer alten ziemlich trostlosen Halle weit ab vom Schuss in München Giesing untergebracht, in unmittelbarer Nähe des Gefängnisses Stadelheim, manchmal mussten  Häftlinge unseren Hof kehren, während wir Ballettunterricht hatten, das war dann schon sehr skurril, weil wir vom Fenster alles mitverfolgen konnten und umgekehrt.

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Aber die Musicalabteilung der Theaterakademie hat sich sehr gemacht, wir residieren jetzt in einer feudalen Villa in München Bogenhausen, ich bin immer wieder erstaunt , was für tolle Leute von dort den Weg auf die grossen Bühnen finden.

Schon während Deines Studiums hast Du ein Engagement bei „Tanz der Vampire“ (Wien) bekommen. Wie war es für Dich, schon während Deines Studiums Teil eines großen Engagements zu sein?

Eher anstrengend. Ich habe die letzten drei Monate der Produktion mitgespielt, weil ein Kollege dort ein anderes Engagement bekam, ich wurde daraufhin von den VBW gefragt, ob ich den Part übernehmen möchte, da man mich von einer Audition kannte. Vicki Hall von der Theaterakademie, in deren zweitem Ausbildungsjahr ich gerade war, gab ihr OK für eine mehrmonatige Studienauszeit, und schwupps war ich in Wien.

Proben waren für mich schwierig, weil ich mit dem Dance Captain innerhalb kurzer Zeit die ganze Show alleine auf der Probebühne lernen musste. Klar ist es ein toller Start, wenn dein erster Job direkt „Tanz Der Vampire“ in Wien ist, aber dementsprechend stressig ist es auch und die Anforderungen sind hoch, für mich als Studenten ins kalte Wasser zu springen.

Natürlich konnte auf die Tatsache, dass ich noch ganz frisch war und null Ahnung, wenig Rücksicht genommen werden, die Show muss laufen.

So war ja es in erster Linie anstrengend, da ich versucht habe, alles immer richtig zu machen. Trotzdem eine tolle Erfahrung, ich erinnere mich vor allem an die letzte Vorstellung, als Steve

Barton nochmal zurückgekommen ist. Seine „Gier“ war der Hammer, und ich kann immerhin sagen, dass ich mit Steve Barton auf der Bühne Menuett getanzt habe…

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 Raimundtheater Wien  1999

 

Während Deiner bisherigen Karriere hast Du schon in verschiedenen Städten gespielt, wie unter anderem Wien, Meiningen, Leipzig oder Stuttgart. Hast Du Dich immer schnell an die neuen Orte, Theater und Leute gewöhnt? Was ist Deine Lieblingsstadt, in der Du gespielt hast?

Och das Gewöhnen geht immer schnell, eigentlich ist jede Stadt auf ihre Weise spannend, besonders gern gearbeitet habe ich in Füssen, die Landschaft ist wunderschön, und durch die Abgeschiedenheit des Ortes wächst eine Cast besonders zusammen.

Im Contra- Kreis- Theater in Bonn oder im Musical-Dome in Köln zu spielen war auch schön, einfach weil ich im Köln-Bonner Raum aufgewachsen bin, und die Theater seit meiner Kindheit kannte. Da war es schon toll, mal selber dort zu spielen.

Im Festspielhaus Füssen verkörpertest Du die Titelrolle des Märchenkönigs. Wie war es für Dich, so eine große Rolle verkörpern zu dürfen?

Natürlich ein Traum. Ich habe mit und bei dieser Rolle viel lernen dürfen, ich war Cover von Jan Ammann und habe schätzungsweise zweimal die Woche gespielt, also sehr oft für eine Zweitbesetzung. Zudem hat man bei dieser Produktion den Zweitbesetzungen viel Raum für ihre eigene Interpretation der Rolle gelassen, so dass letztendlich wirklich mein „Ludwig“ dort auf der Bühne zu sehen war. Füssen…tolle Zeit, tolle Cast und tolle Fans damals.

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mit Barbara Obermeier als  „Ludiwg II

 

2007 hast Du an der  Royal Academy Of Music in London studiert. Wie waren Deine Auslandserfahrungen bezogen auf das Studium? Was meinst Du ist der grundlegende Unterschied zu einem Studium im Ausland im Gegensatz zu Deutschland oder gibt es vielleicht keinen?

London ist nun mal neben New York die Heimat für Musicals, und das macht einfach den Unterschied aus. Hier ist es noch eine importierte Kunstform, die immer noch nicht ganz ernst genommen wird. Das Genre dort ist vielfältiger als hier, es gibt nicht nur die EINE Firma, die alles produziert und zum Erfolg verdammt ist, sondern unzählige kleine Theater und Produktionsfirmen , die unzählige neue kleine Musicals auf die Bühne bringen, von denen die meisten natürlich nicht überleben.

Das Studium selber ist nicht grundlegend anders als bei uns, würde ich sagen, Schwerpunkte werden anders gelegt, aber auch je nach Ausbildungsort in London, so gibt es Musicalschulen dort , die wesentlich mehr Wert auf Tanz legen als etwa die Royal Academy , andere mehr auf Schauspiel.

Prinzipiell wage ich zu behaupten, dass die Engländer generell im Schauspiel und im Tanz besser ausgebildet werden, während gesanglich die deutschen Darsteller sich bestimmt nicht verstecken müssen. An der Royal Academy ist „Acting Through Singing“  ein sehr  wichtiger Ausbildungsaspekt, also dass man nie „nur“ ein Lied singen soll, sondern das Wichtigste ist, etwas damit zu erzählen.

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Christmas Concert an der Royal Academy of Music, London

 

Während unseres Studiums haben wir vor der Queen gesungen, hatten Workshops bei Jason Robert Brown, Hugh Grant, Sian Phillips, Phillip Quast und vielen anderen tollen Leuten, die einfach nun mal in London leben oder oft da sind, solche Leute mal so eben nach München zu bekommen, wäre dagegen undenkbar.

Du hast nicht nur Engagements deutschlandweit, sondern auch in Europa gespielt. Unter anderem wie gesagt in London oder Schweden. Würdest Du auch weiterhin Rollenangebote im Ausland annehmen?

Natürlich, super gerne sogar, obwohl es natürlich viel schwerer ist, in einer fremden Sprache zu spielen und zu singen. Letztes Jahr war ich bei den „Les Misérables“ Auditions in Barcelona und bin bis ins Final für Javert gekommen. Dann musste ich innerhalb drei Tage „Javerts Selbstmord“ und „Stars“ auf spanisch lernen.  Das war Horror…ich hab den Job übrigens nicht bekommen….

Nachdem Du mit „Hair“ durch Schweden getourt bist warst Du Teil der Erstaufführung von „Marie Antoinette“ in Bremen. Wie war es für Dich nach der längeren Zeit wieder in Deutschland zu spielen? Was war es für ein Gefühl für Dich, Teil der Premierenbesetzung von „Marie Antoinette“ zu sein?

Erstmal schwierig, ich hab die Angebote für „Hair“ und „Marie Antoinette“ während meines Studiums in London bekommen, und habe quasi deswegen meine Zelte in London direkt nach dem Studium abgebrochen, obwohl für meine Mitstudenten dort dann die spannende Zeit erst anfing mit Auditions , Agentenvorsingen usw. Aber ich musste mich entscheiden zwischen ersmal arbeitlsos in London sein, oder eben Jobs auf dem Kontinent. Nachdem London sehr teuer ist, hab ich mich für zweites entschieden.

Marie Antoinette war ausserdem  eine sehr verlockende Sache für mich, war ich doch seit Elisabeth und Mozart ein Riesenfan von Levay und Kunze.

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So….haltet euch fest, wahre Geschichte……ich sitze nämlich gerade während ich die Fragen beantworte,  im ICE von Stuttgart nach Hamburg, und gerade im Moment wo ich von Marie Antoinette schreibe, kommt eine junge Dame, sagt „Hi, Gerd“ , ich schau hoch und es ist Roberta Valentini, die ich seit Monaten nicht mehr gesehen haben und die gerade auf dem Weg nach Hamburg ist…..verrückte Sachen gibt. Tolle Roberta!

Welche Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sollte für Dich ein Musicaldarsteller haben?

Neben den offensichtlichen Fähigkeiten, die man auf einer Bühne braucht, sollte ein Darsteller dieselben  Charaktereigenschaften haben wie jeder Mensch, mit dem man lange Zeit in einer Gruppe arbeiten muss, da ist es egal ob Bühne oder Büro. Fairness und Respekt der Arbeit und den Kollegen gegenüber.

Was ist für Dich das faszinierendste an Deinem Beruf?

Dass Leute dafür Geld bezahlen, uns auf der Bühne zu sehen. Ist doch Wahnsinn, oder?

Was war bisher Deine schönste Rolle?

Eine Rolle, in der ich mich sehr zuhause gefühlt habe, war Ludwig im gleichnamigen Musical. Dasselbe galt für Anatoly in Chess. Zwei Charaktere, die mir privat sehr ähnlich sind, deswegen einfach und schön zu spielen.

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Chess

 

Rebecca

In dem Musical „Rebecca“ bist Du nicht nur als Swing zu sehen sondern auch als Cover Frank Crawley, Giles / Horridge, Oberst Julian, Frith, und Robert. Wie hast Du es geschafft so viele Rollen zu erlernen?

 Mit viel Geduld und Arbeit. J

Hast Du die Geschichte (Buch, Film, Musical) vorher bereits gekannt?

Ja, ich hatte das Musical bereits in Wien gesehen.

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als Frank Crawley

 

Was ist für Dich das besondere an Rebecca?

 Pia.

Wie viele Shows spielst Du in etwa in einer Woche?

Momentan eigentlich immer sieben, wir Swings sind fast jede Show „drauf“.

Wie lang kannst du dir noch vorstellen bei REBECCA mitzuspielen und wie lang läuft dein Vertrag noch?

Ich könnte mir vorstellen, bis zum 6. Januar Rebecca zu spielen. Hey, da ist ja auch letzte Show, passt ja J Aber leider, leider spiel ich tatsächlich ich nur bis zum 5. , da ich am 6. Januar Dracula-  Vorstellung in Lüneburg habe. Ich bin sehr traurig darüber, aber hey, es gibt ja auch ein Leben nach Rebecca. Gott sei Dank!

 

Lieber Gerd,

vielen Dank für deine Zusammenarbeit mit uns! Wir haben uns über deine interessanten Antworten und deine tollen, zahlreichen Fotos der einzelnen Produktionen und Ausbildungsstätten sehr gefreut. Wir wünschen dir alles Gute für deine private Zukunft und viel Spaß noch bei den letzten „Rebecca-Shows“ und viel Erfolg bei der Umsetztung der Titelrolle im Musical „Dracula“ von Frank Wildhorn und Don Black im Theater Lüneburg, in dem du ab dem 10.11. zu sehen bist.

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Interview mit Tatjana Kästel

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© Tatjana Kästel/Robert Recker

Guten Tag Ihr Lieben,

wir hoffen Euch geht es gut! Falls nicht, hoffen wir Eure Laune anhand unseres neuesten Interviews etwas aufbessern zu können. Das gilt natürlich auch für Euch gutgelaunten da draußen! 🙂

Viele von Euch haben sicherlich schon nach unserem Rätsel auf unserer Facebookseite (http://www.facebook.com/pages/Heutemalkreativ/207973652648970) bereits erraten, von wem das heutige Interview ist und wir möchten es hier nochmal erwähnen, es ist von Tatjana Kästel!

Tatjana Kästel hat ihr Schauspielstudium von 2000- 2004 an der  Universität Mozarteum in Salzburg absolviert und ist Preisträgerin des Sat.1-Talents-Award actorsclass, den sie als  „beste Schauspielerin“ 2004 erhalten hat. Sie sammelte nicht nur Erfahrungen im Bereich Film/Kino, wie unter anderem in den Kurzfilmen  „Wohnen auf Bewährung“ oder  „Vier im Flur“ sondern vor allem Erkenntnisse im Bereich Theater.  Von 2004 bis 2010 hatte sie ein festes Engagement am Staatstheater Mainz.  Tatjana spielte dort beispielsweise  die Martha in „Frühlings Erwachen“, die Anitra in „Peer Gynt“, die Lucy in „Die Dreigroschenoper“ oder Anna S. in „Made in America“.

Wir nehmen aber an, dass vielen von Euch Tatjana aus dem Bereich TV bekannt sein wird. 2003 war sie dort erstmals in der Serie „Medicopter 117 – Jedes Leben zählt“, unter der Regie von Wolfgang  Dickmann, zu sehen. Es folgten  im Jahre 2004 gleich 2 Auftritte im Fernsehen, diese waren in den Serien „Mit Herz und Handschellen“  und „SK Kölsch“. Nach ihrer Zeit am Theater war Tatjana dann erst wieder 2010, in der Serie „Ein Fall für zwei“ unter der Regie von Christoph Eichhorn, zu erblicken. Weitere Engagements im Fernsehen waren dann in „Idiotentest“ und in „Der letzte Bulle“. Aktuell ist Tatjana Kästel  seit 2011 in der täglichen Serie „Verbotene Liebe“ in der ARD zu sehen, wo sie die Rolle der Rebecca von Lahnstein übernahm, die vorher von Jasmin Lord verkörpert wurde.

In unserem Interview spricht Tatjana nicht nur über ihre Ausbildungszeit am Mozarteum Salzburg, sondern auch über ihre Zeit am Theater, ihr Engagement bei „Verbotene Liebe“ und vieles mehr!

Wir wünschen Euch wie immer viel Freude an unserem Interview!

Allgemeines

Wie würdest Du dich selbst beschreiben?

Als bodenständigen Familienmensch der gerne Gesellschaft mag.

Was ist für Dich das schönste am Tag?

Der Abend, oder einen sonnigen Nachmittag liebe ich auch.

Was macht Dich glücklich?

Mit lieben Menschen in einer lauen Sommernacht an einem großen Tisch sitzen und dazu ein leckeres Essen mit einem guten Wein genießen.

Ohne was kannst Du nicht mehr leben?

Hoffnung

Hast Du einen besonderen Tick oder eine Macke die Du mit uns teilen möchtest?

Ich bin sehr ordentlich. 

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Meinen Mann und ein gutes Buch.

Was wünscht Du dir für deine Zukunft?

Dass meine Familie gesund bleibt und ich viele neue spannende Sachen erleben darf.

Wenn du eine Superheldin sein könntest, was wäre dann deine Fähigkeit/en?

 Fliegen und richtig gut kämpfen.

Deine Lieblingsfarbe ist: Das wechselt ständig…..gerade mag ich weinrot gerne.

Dein Lieblingsauto ist: Ein alter Mini.

Dein Lieblingstier ist: Hund

Deine Lieblingskleidung ist: Leger und doch weiblich

Deine Lieblingsmusik ist: Rock und Klassik

Dein aktuelles Lieblingsbuch ist: „Ein letzter Sommer“ von Steve Tesich

Dein Lieblingsfilm ist: Gerade „Ziemlich beste Freunde“

Dein Lieblingstheaterstück (und/oder) Musical ist: „Onkel Wanja“ von Tschechow

 

Schauspiel, Ausbildung, usw .

 

Wieso wolltest Du Schauspielerin werden? Hat Dich bei deinem Berufswunsch eine Person oder etwas anderes inspiriert? 

Ich stand mit 12 Jahren das erste Mal auf der Bühne und das hat so viel Spaß gemacht, dass ich beschloss, Schauspielerin zu werden.

Du hast an der Universität Mozarteum in Salzburg Schauspiel studiert. Was sind Deine positiven, aber auch negativen Erfahrungen, die Du mit deiner Ausbildungszeit verbindest?

 Positiv war, dass ich ein Handwerk gelernt habe. Wie erarbeite ich mir eine Rolle, Textverständniss, ein Bewusstsein für meinen Körper und Stimme.

Als negativ Erfahrung würde ich sagen, dass man sich nach der Ausbildung wieder eine gewisse Freiheit erspielen muss. Da man in der Schauspielschule sehr darauf getrimmt wird, sein Spiel zu kontrollieren.

Neben Deiner Tätigkeit als Film/Fernseh-Darstellerin konntest Du ebenfalls von 2004-2010 auch Erfahrungen als Theaterschauspielerin am Staatstheater in Mainz sammeln. Wo spielst Du lieber, auf der Theaterbühne oder vor der Kamera?

Gerade mag ich die Arbeit vor der Kamera lieber. Nach 6 Jahren Theater verspürte ich den Wunsch nach Veränderung. Und ich freue mich sehr, dass mir die Chance gegeben wurde die Arbeit vor der Kamera kennen zu lernen. Aber bestimmt werde ich irgendwann wieder auf die Bühne wollen. Vielleicht darf ich irgendwann in beiden Feldern parallel arbeiten 🙂

Welche Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sollte für Dich ein SchauspielerIn haben?

Durchhaltevermögen, die Fähigkeit zur Beobachtung, Freude daran haben in andere Charaktere zu schlüpfen. Und mir persönlich gefällt es immer, wenn SchauspielerIn uneitel sind.

Was ist für Dich das faszinierendste an Deinem Beruf? 

Die Magie, dass eine leere Bühne oder ein Filmstudio mit Pappwänden, sich plötzlich durch Licht, Musik, Figuren in eine Welt verwandelt, in die man eintaucht und in der man lebt bis der Moment kommt, wo es vorbei ist und die Realität wieder da ist.

Gibt es eine Traumrolle für Dich, die Du gerne einmal spielen möchtest?

Ich hätte große Lust eine Figur zu spielen, die es wirklich gab und die ich dann bis ins Detail studieren darf.

Was war bisher Deine schönste Rolle?

Da gab es viele Figuren die ich spannend fand. Zum Beispiel die „Recha“ in „Nathan der Weise“von Lessing oder „Katharina“ in einer Theaterfassung von “ Die Brüder Karamasow „.Und natürlich meine jetzige Rolle „Rebecca“ bei der Verbotenen Liebe.

Als Schauspielerin und vor allem Seriendarstellerin bist Du lange Drehtage gewohnt. Wie schaffst Du es in deinen Beruf ab und an mal freie Zeit für Hobbies, Freunde und Familie zu haben?

Naja, in der Zeit beim Theater war es sehr schwer für Freunde und Hobbys Zeit zu finden, da ich auch am Wochenende und am Abend arbeiten musste. Das ist jetzt bei der Serie schon besser, da wir nur von Montag bis Freitag drehen und meistens ab 19 Uhr frei haben. Mir war es schon immer wichtig, auch außerhalb meines Berufes ein Leben zu haben und dann klappt das auch:)

Hast Du einen besonderen Ausgleich zu deinen stressigen Arbeitsleben? Wenn ja, wie sieht er aus?

Ich liebe es in die Natur zu fahren, dort kann ich super gut abschalten und zur Ruhe kommen.

 

Verbotene Liebe

 

Was ist für Dich das besondere an „Verbotene Liebe“?

Dass es einer der wenigen Serien ist, die schon so lange läuft und für viele Zuschauer „Kult“ ist.

Gab es am Anfang irgendwelche Herausforderungen bei den Dreharbeiten von „Verbotene Liebe“, vor denen Du Angst oder Zweifel hattest?

Da ich ja vorher fast nur Theater gespielt habe, hatte ich natürlich etwas Angst, ob ich z.B. nicht zu groß in meinem Spiel bin, oder ob mich die Kamera nicht aus der Konzentration bringt, die manchmal nur ein paar Zentimeter von dir entfernt steht.

Im Jahr 2011 hast Du die Rolle der Rebecca von Lahnstein bei „Verbotene Liebe“ übernommen, welche zuvor von Jasmin Lord verkörpert wurde. War es schwer für Dich in diese Rolle hineinzuwachsen, sie zu Deiner Rolle zu machen und sie nun mit „Deinem Einfluss“ und nicht mehr mit dem von Jasmin zu spielen?

Ehrlich gesagt war es für mich nicht so schwer die Figur zu meiner zu machen, da die Rolle stark verändert zurück kehrt. Es war mir sehr wichtig meine Fantasie und meine Persönlichkeit in die Rolle einbringen zu können. Ich denke man kann als SchauspielerIn nur verlieren, wenn man versucht, eine Rolle zu kopieren.

Gab es für Dich bereits einen sehr besonderen Moment bei „Verbotene Liebe“, über den Du gerne etwas erzählen möchtest?

Es gab schon viele besondere Momente. Es ist einfach schön, wenn man in einer Szene alles drum herum vergisst und nur in der Situation und bei seinem Spielpartner ist.

Kam es bereits zu Pannen während den Dreharbeiten, an die Du dich sofort erinnerst und wie sahen diese aus?

Einmal hat ein Kollege in einer Szene dauernd die Namen und Bezeichnungen wie Schwester und Bruder verwechselt und das war sehr lustig 🙂

Deine Storyline zwischen Rebecca und Marlene ist nicht nur unter „Verbotene Liebe“ –Fans aus Deutschland bekannt sondern Ihr habt auch sehr großen Erfolg bei euren internationalen Fans! Wie erklärst Du dir, dass so eine Storyline immer noch so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht?

Keine Ahnung. Ich bin selbst überrascht, aber ich freue mich natürlich sehr, dass wir mit dieser Geschichte auch Menschen in anderen Ländern erreichen und anscheinend faszinieren können.

Schaffst Du es nach erfolgreichem Dreh Dir die Szenen, in denen Du vorkommst anzusehen? Interessiert es Dich, wie die Szenen später fertig geschnitten aussehen oder schaffst Du das aufgrund des ganzen Drehstress´ überhaupt nicht?

Ja, ich versuche so viel wie möglich fertige Szenen zu schauen. Ich kann viel dabei lernen und sehen, ob sich das, was ich wollte, auch erzählt. Und natürlich interessiert mich auch, was die jeweilige Regie aus dem Block gemacht hat.

Liebe Tatjana,

an dieser Stelle gilt  unser Dank Dir! Wir haben uns sehr über Deine Zusage an einem Interview  gefreut und bedanken uns, dass Du dir trotz stressigen Drehtagen die Zeit genommen hast unsere  Fragen zu beantworten.  Wir wünschen Dir alles Gute für Deine Zukunft! Des Weiteren gilt unser Dank auch der Agentur Fehrecke, die diese Kooperation erst möglich gemacht hat. 

Interview mit Sascha Th. G. Krebs

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© Sascha Th. G. Krebs / Andreas Steilen

 

Hallo Zusammen,

wir waren nur kurz weg und schon sind wir wieder hier. Heute gibt es ein neues Interview mit einem richtigen „Urgestein“ der Musicalszene. Der heutige Interviewpartner hört auf den Namen Sascha Th. G. Krebs.

Bekannt wurde Sascha für seine Interpretation des „Jesus“ in 8 verschiedenen Produktionen von „Jesus Christ Superstar“ und in den Rollen „Bap, Khashoggi, J.B, Brit, Dieter, und Vic“ jeweils als „Walk-In-Cover“ in auch nicht weniger als 5 verschiedenen Produktionen von „We Will Rock You“. Das sind nicht die einzigen Musicals in denen er bereits  mitspielte. Weitere Engagements waren unter anderem  „ Rocky Horror Show”,” Hair”, “Joseph”, “West Side Story”,” Evita” und “Tanz der Vampire”

Doch Sascha kann man nicht nur auf der Musicalbühne bewundern sondern vor allem auf Konzertbühnen. Mit  „Kraft & Krebs“,  der Band die es bereits seit 1994 gibt, gibt  er regelmäßig Konzerte und mit  seinem Projekt „Musical meets Rock“ tritt er auf großen Events auf. Immer wieder sind namenhafte Gastkünstler wie zum Beispiel  Alex Melcher, Vera Bolten, Kevin Tarte oder Hannes Staffler dabei.

Zudem tourte er im Januar 2012 mit „Rock Meets Classic“ durch 5 Länder und teilte die Bühne mit Steve Lukather (Toto), Chris Thompson (ex-Manfred Mann‘s Earth Band), Jimi Jamison (Survivor), Robin Beck und Ian Gillan (Deep Purple).

Auch in eigener Sache kann man ihn auf seinen drei eigenen CDs „Reckless Rebel“, „Rockcastle“, sowie „Different Ways“ hören.

Was er über diese Alben, seine eigene Band und seine Projekte zu erzählen hat und wie er zur Musik gekommen ist, all das und noch viel mehr werdet ihr jetzt in unserem Interview mit Sascha erfahren.

Viel Spaß dabei und bis nächsten Montag

 

Allgemeines

Wie würdest Du dich selbst beschreiben?

Lustig, zuverlässig, freundlich, unkompliziert

Was ist für Dich das schönste am Tag?

Hhmm, eigentlich geniesse ich alles. An freien Tagen die Freizeit, an Showtagen der ganze Ablauf, der dann ansteht.

Was macht Dich glücklich?

Zeit mit meiner Frau, Familie und Freunden

Ohne was kannst Du nicht mehr leben?

Meine Frau, Musik 

Hast Du einen besonderen Tick oder eine Macke die Du mit uns teilen möchtest?

Nicht wirklich. Jedenfalls ist mir noch nichts aufgefallen…

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Meine Frau, meinen IPod und Lautsprecher

Was wünscht Du dir für deine Zukunft?

Gesundheit

Wenn du eine Superheld sein könntest, was wäre dann deine Fähigkeit/en?

Fliegen

Deine Lieblingsfarbe ist:

Dein Lieblingsauto ist: Jedes Auto, in das ich eine grosse Tonanlage und Koffer bekomme 😉

Dein Lieblingstier ist: Hund

Deine Lieblingskleidung ist: Timberland Schuhe oder Cowboy-Stiefel, fast alles von Look54 Hauptstadtrocker

Deine Lieblingsmusik ist: Classic Rock

Dein aktuelles Lieblingsbuch ist: Fleisch ist mein Gemüse

Dein Lieblingsfilm ist: Es gibt zu viele. Einer ist sicher „The Big Lebowski“

Dein Lieblingstheaterstück (und/oder) Musical ist: Tanz der Vampire

Schauspiel, Ausbildung, usw .

Wieso wolltest Du Musicaldarsteller werden? Hat Dich bei deinem Berufswunsch eine Person oder etwas anderes inspiriert?

Ich habe mit 16 das Musical „Hair“ in Mannheim gesehen. Da ich nicht wirklich wusste, was ich nach dem Abi machen möchte, dachte ich, das wäre doch was. Und so kam ich eigentlich dazu.

Was war das Schönste, beziehungsweise Negativste während Deiner Ausbildungszeit?

Die ganze Zeit war toll. Mit 19 aus dem Dorf in die Großstadt, tolle Menschen kennengelernt. Das negativste war eigentlich das frühe Aufstehen und Ballett-Unterricht morgens um 9 Uhr… 😉

Du hast Deine Ausbildung an der staatlich anerkannten Fachschule für Musical in Hamburg absolviert. Würdest Du allgemein sagen, dass es sehr hilfreich ist bereits während der Schul- beziehungsweise Ausbildungszeit Mitglied in Musical/- Theaterproduktionen zu sein und viele Erfahrungen zu sammeln?

Absolut. Das ist ja wie in jedem Beruf: Learning by doing! Als ich auf der Schule war, war es eigentlich verboten, ausserhalb der Schule auf einer Bühne zu stehen. Für mich nach wie vor ein grosses Fehldenken. Das Erlernte vertieft man am besten, wenn man es unter realen Bedingungen anwendet! Ich kann noch so gut in der Gesangsstunde sein, wenn dann unten 200-2000 Leute sitzen, muss ich es auch noch können.

Welche Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sollte für Dich ein MusicaldarstellerIn haben?

Teamfähig, sehr belastbar, kritikfähig, flexibel 

Was ist für Dich das faszinierendste an Deinem Beruf?

Andere Menschen aus dem Alltag zu entreissen!

Gibt es eine Traumrolle für Dich, die Du gerne einmal spielen möchtest?

Jekyll & Hyde

Was war bisher Deine schönste Rolle?

Graf von Krolock, Jesus, Ché

Du warst mit „We Will Rock You“ bereits an 5 verschiedenen Standorten(Theater des Westens Berlin, Musical Dome Köln, Reimund Theater Wien,Apollo-Theater Stuttgart und Theater 11 Zürich) mit dabei. Wie war es für Dich an so vielen verschiedenen Orten das selbe Stück zu spielen?

Es hat überall Spass gemacht. Vor allem wurde es nie langweilig, da an jedem Standort ja auch andere Kollegen waren und auch die Shows ja von Stadt zu Stadt etwas verändert wurden. Es war schon manchmal spannend, Freitag Abends in Köln zu spielen und dann Samstag Mittags in Wien, ohne alles durcheinander zu bringen… 😉

Was ist das Besondere an „We Will Rock You“, dass Du es so lange und an so vielen unterschiedlichen Orten gespielt hast?

Vor allem die Musik von Queen. Die Musik begleitet mich, seit ich Teenager bin und finde, die Musik ist bis heute mit das Beste, was je geschrieben wurde!

Ebenso hast Du die Titelrolle in Musical „Jesus Christ Superstar“ in nicht weniger als 8 verschiedenen Produktionen übernommen. Hattest Du in den unterschiedlichen Produktionen denn Raum die Rolle immer anders zu kreieren und neue Einflüsse hineinfließen zu lassen? Was ist das Besondere an diesem Musical?

Ich durfte mich da schon immer mit einbringen. Die Shows waren ja auch alle sehr unterschiedlich inszeniert. Tecklenburg war sehr klassisch, Halle war eher modern. Das faszinierende an dem Musical ist zum einen die Geschichte, die ja nahezu jeder kennt und jeder einen Bezug dazu hat. Dann ist es natürlich eine sehr intensive Geschichte mit sehr intensiven Figuren. Und letzten Endes natürlich auch die Musik! Einfach fantastisch!

Du hast bereits bei zahlreichen Produktionen bei den Tecklenburger Freilichtspielen mitgewirkt. Was ist für Dich das Besondere am „Open-air“ Theater?

Man muss beim Open Air Theater die Stücke ganz anders lösen. Man kann ja nicht einfach sagen: Hier ist jetzt ein Umbau, da machen wir mal kurz den Vorhang runter. Für die Darsteller ist natürlich das Wetter eine grosse Herausforderung. Ich weiss nicht, wie oft ich und die anderen Kollegen bei strömendem Regen auf der Bühne standen oder in irgendwelche Pfützen liegen mussten. Aber die Atmosphäre, vor allem in Tecklenburg, ist absolut einzigartig!

Bei den Tecklenburger Freilichtspielen hattest Du deine ersten Bühnenerfahrungen in den Stücken „der Zigeunerbaron“ und „Rocky Horror Show“. Immer wieder hast Du dann im Verlauf Deiner Karriere Halt auf dieser Bühne mit Stücken wie „Hello,Dolly“, „Joseph and the amazing technicolor Dreamcoat“, „Dracula“ (als deutsche Erstaufführung), „Jesus Christ Superstar“ und „Hair“ gemacht. Was gefällt Dir so sehr an Tecklenburg?

Das ganze Umfeld! Man merkt einfach immer, dass es die Verantwortlichen da in erster Linie aus Liebe zum Theater machen und nicht, um sich die Konten zu füllen. Wenn man mal sieht, was allein Radulf Beuleke in den ganzen Jahren da bewirkt hat, immer auch mit Gegenwind, und das alles als Ehrenamtlicher. Das hat meinen größten Respekt und davon würde ich mir mehr in Deutschland wünschen!

Man kann Dich bereits auf 15 CD-Samplern hören. Unter anderem davon drei SoloCDs („Reckless Rebel“, „Rockcastle“, sowie „Different Ways“). Was ist das Besondere an diesen CDs und welche Genre/ Musikrichtungen kann man dort hören?

Eigentlich geht es immer in die rockige Richtung! Auf Reckless Rebel sind Songs von Meat Loaf, Bryan Adams, Toto, Foreigner u.v.m. zu hören.

Rockcastle ist ein Konzeptalbum, dass damals Kolja Erdmann geschrieben hat. Es ging auch stark in die Richtung von Jim Steinman. Kolja ist mittlerweile ein sehr, sehr erfolgreicher Komponist für Filmmusik. Er hat beispielsweise die Musik zum Kinofilm „Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane“ geschrieben.

In der Musical-Produktion „Joseph and the amazing technicolor Dreamcoat“ in Tecklenburg hast Du als erster Mann den Erzähler gespielt. Normalerweise wurde diese Rolle von einer Frau übernommen. Wurden dafür die Lieder der „Erzählerin“ umkomponiert oder anders arrangiert?

Ich habe die Rolle damals zusammen mit Jana Werner gespielt. Die Lieder sind alle in der Original-Tonart geblieben und wir haben sie einfach aufgeteilt oder viele Passagen zweistimmig gesungen! Das hat unheimlich viel Spass gemacht!

MUSICAL MEETS ROCK

Seit nun mehr als 16 Jahren läuft das Projekt, beziehungsweise Deine Band, zusammen mit Rainer Kraft und dir. Regelmäßig geht ihr auf Tour und gebt Konzerte mit Special Guests und kombiniert dabei Songs von Howard Carpendale, Heintje, Karel Gott, Roland Kaiser mit Songs von AC/DC, Rammstein, Foreigner, Queen und vielen, vielen mehr.

Was kannst Du uns über diese Projekte erzählen? Wer von Euch kam auf diese Idee? Wie habt Ihr euch gefunden? Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Da muss ich zuerst erklären, dass es „Kraft & Krebs“ schon seit 1994 gibt. Da haben wir uns kennengelernt und seitdem machen wir zusammen Musik.

Wir haben uns damals in einem Chor in Sandhausen getroffen und sehr schnell gemerkt, dass wir auf der gleichen Wellenlänge liegen. Dass es mal so weite Kreise ziehen wird, hat keiner von uns geglaubt! Mittlerweile spielen wir deutschlandweit zu allen möglichen Anlässen.

Das Projekt Musical Meets Rock ist dann erst im Februar 2009 entstanden. Wir haben ein Benefizkonzert im Capitol Mannheim organisiert, und das nannten wir „Musical Meets Rock“. Dabei haben wir gemerkt, dass diese Mischung perfekt zu uns passt. Und seitdem spielen wir mit Musical Meets Rock sehr viele große Events und haben auch immer mal wieder ein paar Gäste, die uns begleiten: Alex Melcher, Vera Bolten, Kevin Tarte, Hannes Staffler, Sascha Lien u.v.m.

Das besondere ist, dass es sich eigentlich um eine sehr unkonventionelle  Musical Gala handelt, bei der es im zweiten Teil Rock- und Partysongs gibt, bis die Leute stehen!

Letztes Jahr im Dezember war Lucy von den No Angels der Stargast bei eurem Konzert, dieses Jahr wird es Kevin Tarte sein. Gibt es bestimmte Kriterien, nach denen ihr eure Gäste auswählt?

Die Leute müssen in erster Linie von ihrer Art zu uns passen, dass heisst, sie sollten sich selbst nicht allzu ernst nehmen und auch bereit sein, mal etwas ungewöhnliches zu singen, beispielsweise Kevin Tarte, der schon mehrfach Looking for freedom von David Hasselhoff gesungen hat! Und da hatten wir in all den Jahren mit all unseren Gästen immer ein sehr glückliches Händchen, und ich denke, dass es unseren Gästen auch bei uns gefallen hat. Kevin kommt ja seit etlichen Jahren immer wieder zu uns. Das nächste Mal am 21.12.2012 zur „Musical Meets Rock – Weltuntergangsedition“ im Palatin in Wiesloch.

Seit 2009 macht Ihr jährlich ein Sommer-Open-Air Event, wo die Gästeliste jedes Jahr von einigen Newcomer, aber auch bereits bekannten Künstlern, geschmückt ist. Auch die Moderatoren sind namenhafte Künstler wie zum Beispiel Ross Anthony oder Sandy Mölling (No Angels). Seid Ihr die Ausrichter dieser Veranstaltung? Wie seid Ihr auf die Idee gekommen so ein Event auf die Beine zu stellen?

Das Open Air gibt es schon viel, viel länger. Das erste Open Air fand schon 1998 statt, mit knapp 400 Zuschauern. Damals sollte es nur ein einmaliges „Sommerfest“ sein. Das kam aber bei den Leuten so gut an, dass wir es im Jahr danach wieder gemacht haben. Und wieder, und wieder, und wieder. 😉 Und mittlerweile haben wir das 15. Open Air mit teilweise über 2500 Zuschauern und ich kann mir gut vorstellen, dass wir das die nächsten 15 Jahre auch noch machen. Das 16. Open Air findet am 6.7.2013 statt!

Mein bester Freund Rainer Kraft und ich machen seit der ersten Stunde komplett alles auf eigene Faust. Wir sind Veranstalter, Produzent, Top Act. Wir verhandeln mit Caterer, Ordnungsamt, Gemeinde, Stargästen. Entwerfen die Plakate und Eintrittskarten und ordern sogar die Dixi Toiletten. Jedes Jahr wird es für uns eine größere Herausforderung, aber die Resonanz, die stetig wachsende Fangemeinde und die Tatsache, dass das Open Air mittlerweile deutschlandweit bekannt ist, zeigen uns, dass sich die Arbeit lohnt!

 

Lieber Sascha, Dir wollen wir hier ganz besonders danken. Es hat uns riesig viel Spaß gemacht mit Dir zusammen zu arbeiten und wir fühlen uns sehr geehrt, dass so ein „großer und erfahrener Musiker“ Interesse an unserem Blog gefunden hat und Du das Interview mit uns gemacht hast. Wir wünschen Dir weiterhin  viel Erfolg bei Deinen Projekten aber auch  in Deinem privaten Leben! Vielen lieben Dank und bis bald.